Exposé und Gliederung

Das Exposé erstellen Sie noch vor der ersten konkreten Arbeit an einem wissenschaftlichen Artikel und schaffen sich damit einen Arbeitsplan. Es stellt auch Ihren Dozent_innen oder Auftraggeber_innen den Arbeitsplan für den bevorstehenden Text sowie die voraussichtlichen Inhalte vor. Sie müssen im Exposé bereits ihre Forschungsfrage vorstellen, einen Ausblick auf Hypothesen sowie Methoden und zumindest eine grobe Gliederung der Arbeit bekanntgeben. 


Eigenschaften

Das Exposé beschreibt Ihr Forschungsvorhaben. Dabei dient es nicht nur Ihren Betreuer_innen als Arbeitsplan, sondern auch Ihnen selbst. Es muss bereits in adäquater Wissenschaftssprache ausformuliert sein, sollte also kein grobes Handout oder unfertige Skizze darstellen. Ihr Thema und die damit einhergehende Fragestellung sollten bereits feststehen, ebenso erste Hypothesen bzw. Grundannahmen. Gleichzeitig informieren Sie im Exposé darüber, was Sie bei Ihrer bisherigen Recherche beispielsweise über den Forschungsstand herausfinden konnten. Spätestens im Exposé sollten Sie sich zusätzlich Gedanken über die Grundzüge Ihrer Gliederung machen. In welchen Schritten wollen Sie vorgehen und wie spiegelt sich dies im Aufbau der Arbeit wider? Der Vorteil des Exposés ist, dass Sie einige Teile in die fertige Arbeit übernehmen können. Die  Eigenschaften des Exposé decken sich beispielsweise häufig mit jenen der Einleitung decken. Das bedeutet, durch das Exposé produzieren Sie bereits den ersten Rohtext. Allerdings ist dieser nicht in Stein gemeißelt. Während Ihrer weiteren Arbeit verändern sich womöglich gewisse Thesen, Kapitelstrukturen, oder ähnliche Aspekte, die ohne eine vertiefende Recherche nicht vorhergesagt werden können. Dahingehend wird Ihr Exposé bis zum Abschluss gewisse Änderungen benötigen.

Essentielle Inhalte im Exposé

Thema und Fragestellung

Hypothesen und Thesen

Quellen und Methoden

Grobe Gliederung oder Inhaltsverzeichnis

Forschungsstand und Referenzwerke

Was kann nicht gemacht werden?

Definitionen und wichtige Begriffe

Interessen und mögliche Aktualität des Themas

Gliederung

Zwar muss Ihr Exposé noch nicht zwingend ein konkretes Inhaltsverzeichnis aufweisen, aber zumindest grobe Arbeitsschritte ankündigen. Aus diesen können Sie aber womöglich bereits präzisere Gliederungs- und Kapitelstrukturen ableiten. Die Art der Gliederung Ihrer Argumentationspunkte hängt vom Thema ab - jedenfalls wird es immer ein Einleitungs- und Schlusskapitel geben.

Für die dazwischenliegenden Kapitel des Hauptteils liegt in historischen Arbeiten oft eine chronologische Darstellung nahe. Bei Ihrer Analyse im Hauptteil sollten Sie gleichzeitig systematisch Ihre Fragestellung abhandeln. Es bietet sich also zum Beispiel an, aus den Hauptproblemen Ihrer Frage Kapitel zu machen und Unterprobleme oder Teilargumente in Unterkapitel umzuwandeln. In anderen Texten ist es womöglich sinnvoller, unterschiedliche Quellen in aneinanderfolgenden Kapiteln zu bearbeiten. Wenn Sie neue Unterkapitelstrukturen öffnen, beginnen Sie jedenfalls die Zählung im Inhaltsverzeichnis mit der Eins.

1. Hauptargument

 1.1. Unterargument 1

                1.1.1. Vertiefung

                1.1.2. Quelle

 1.2. Unterargument 2

 1.3. Unterargument 3

Aufbau allgemein

Der größte Bestandteil Ihres Textes wird sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und die Conclusio, also das Schlusskapitel, aufteilen. In der Einleitung stellen Sie ein Vorhaben vor, das Sie im Hauptteil ausführlich argumentieren und in der Conclusio schlussfolgernd zusammenfassen.

Haben sie keine Angst vor "Spoilern"! Bereits in der Einleitung muss ersichtlich sein, welche Annahmen oder Hypothesen Sie verfolgen, mit welchen Methoden und Quellen diese hergeleitet werden, an welchen Forschungsstand Sie anknüpfen, oder zu welchen Erkenntnissen Sie letztendlich kommen wollen. Sie sollten zudem erläutern, wie Sie dabei vorgehen werden, indem Sie eine Vorschau auf die Kapitelstruktur geben. Begründen Sie hier zudem, wieso manche Aspekte in Ihrer Gliederung nicht vorkommen, weil diese womöglich den Rahmen der Fragestellung und Methode überschreiten. 

Im Hauptteil diskutieren Sie die in der Einleitung vorgestellten Problematiken, Phänomene, oder Quellen, etc., vertiefend. Dabei folgt Ihre Argumentation idealerweise einem roten Faden, um die Fragestellung zu beantworten und Ihre Thesen überzeugend herzuleiten, zu belegen und zu verteidigen. Je nach Fragestellung wird der Aufbau des Hauptteils unterschiedlich sein. Für viele historische Arbeiten bietet sich eine chronologische Aufarbeitung an. Andere Texte befassen sich womöglich mit einem größeren Quellenkorpus, dessen Inhalte über dezidierte Kapitel behandelt werden. Manche Gliederungen ergeben sich womöglich aus der gewählten Methoden zur Analyse (beispielsweise wenn Sie eine bildliche Quelle analysieren und dafür jeweils einen Abschnitt für Inhalt, Produktionskontext sowie Rezeptionsgeschichte schreiben müssen).

Im Schlussteil fassen Sie zusammen, wie Ihre Arbeit die Fragestellung beantwortet hat, welche wichtigen Erkenntnisse dadurch entstanden sind, oder auch, was offen bleiben musste.