Zitierregeln

Unter Zitierregeln werden die formalen Richtlinien für die Gestaltung der Literaturhinweise verstanden. Im deutschsprachigen Raum können Sie zur formalen Gestaltung von Literaturnachweisen - auch bibliographische Nachweise genannt - recht unterschiedliche Systeme finden. Universitätsinstitute, Zeitschriften, Verlage, einzelne Forscher*innen haben eigene Zitierregeln entwickelt und verlangen deren Anwendung bei der Gestaltung von schriftlichen Arbeiten. Denken Sie deshalb immer daran, vor dem Abfassen einer schriftlichen Arbeit, die jeweils gültigen Zitierregeln zu erfragen. Sollte Sie freie Wahl haben, beachten Sie vor allem: Ihre gewählten Zitierregeln müssen im gesamten Text einheitlich gestaltet (und so nachvollziehbar) sein.


Kriterien für Literatur- und Quellennachweise

Warum müssen Sie bei der Angabe von Titeln und Fundstellen von Quellen überhaupt formalen Kriterien folgen? Hier geht es vor allem darum, dass andere WissenschaftlerInnen die von Ihnen verwendeten Bücher, Zeitschriften und Quellen/Materialien selbst finden und überprüfen können – und zwar auf dem einfachsten Weg. Titelinformationen – bei Quellen auch Angaben zum Fundort (meist zum Archiv und der dortigen Signatur) – müssen deshalb für alle Fachkolleg*innen verständlich und nachvollziehbar sein.

Aus diesem Grund sollten Sie bei Literatur- und Quellennachweisen folgende Kriterien befolgen:

1. Einheitlichkeit – alle Titelangaben müssen ein und demselben System folgen.

2. Vollständigkeit – alle Angaben müssen vollständig sein (auf fehlende Angaben ist hinzuweisen).

3. Klarheit – auch für Spezialfälle müssen verbindliche Regeln existieren.

4. Archivregeln – Nachweise über die Fundstellen von Quellen/Materialien sind nach den jeweiligen Archivregeln zu gestalten.

Zur formalen Gestaltung der Literaturnachweise – also Zitierregeln – können Sie recht unterschiedliche Systeme finden. Einzelne Universitätsinstitute, alle geschichtswissenschaftlichen Zeitschriften, Verlage, aber auch viele Forscher*innen haben eigene Zitierregeln entwickelt und verlangen deren Anwendung bei der Gestaltung von schriftlichen Arbeiten.

Fußnoten, Endnoten und Literaturverzeichnisse

Fußnoten dienen dem Schreiben von Literatur- und Quellennachweisen sowie Anmerkungen. Fußnotentexte umfassen den vollständigen Literaturnachweis (zumindest beim ersten Eintrag; beim zweiten und folgenden Eintrag wird oft ein Kurztitel verwendet) und werden im Text durch eine laufende hochgestellte Zahl referenziert. Fußnotentexte sind am Ende einer Seite platziert, meist in einer kleineren Schrift formatiert und beginnen mit der jeweiligen Fußnotenzahl.

Die alternativ verwendeten Endnoten wiederum sind am Ende eines Kapitels, Aufsatzes oder Buches platziert und teilen mit Fußnoten sonst die gleichen Eigenschaften. Manche Zitierregelsysteme verlangen ein "Vgl." (Vergleiche) vor der Fußnote, wenn es sich um eine Paraphrase und kein direktes Zitat handelt. Wenn die Zitierregeln nicht danach verlangen, ist “Vgl.” in der Regel überflüssig, da Paraphrasen und indirekte Zitate daran zu erkennen sind, dass sie nicht unter Anführungszeichen stehen.

Im Literaturverzeichnis am Ende Ihres Textes geben Sie sämtliche verwendete Literatur der gesamten Arbeit in alphabetischer Reihenfolge an. Bei Monografien müssen Sie die Seiten der zitierten Stellen nicht mehr erwähnen und das Werk auch bei mehrfacher Zitierung nur einmal anführen. Bei Artikeln wiederum entfernen Sie die Seitenangabe des spezifischen Zitats, führen aber die gesamte Seitenlänge des Artikels innerhalb des Sammelbands, Journals, Lexikons, o.ä. an.

Innerhalb einer Fußnote werden Stellen aus einem Artikel pro Zitierregelsystem unterschiedlich zitiert. Entweder müssen Sie die zitierte Seite angeben, die gesamte Länge des Artikels nur im Literaturverzeichnis am Ende. In anderen Fällen geben Sie aber bereits in den Fußnoten die gesamte Seitenanzahl des Artikels an und vermerken danach die explizit zitierte Seite mit "hier [Seitenzahl]". 

Beispiele finden Sie weiter unten auf dieser Seite und in der Schreibwerkstatt

Typen von Literatur

Um Zitierregeln anwenden zu können, ist es essentiell, die einzelnen Typen von wissenschaftlicher Literatur unterscheiden zu lernen. Im Fach der Geschichte werden Sie die folgenden Literaturtypen am häufigsten zitieren.

Verfasserwerk/Monografie: Ein Buch, verfasst von einem/einer oder mehreren Autor*innen.

Beispiel aus "Sidney Pollard, The Development of the British Economy 1914-1980, 3. Auflage, London 1983".

Sammelband/Herausgeber: Es handelt sich um ein Werk, das von einem/einer oder mehreren Herausgeber*innen publiziert wurde und die Aufsätze/Beiträge mehrerer Autor*innen umfasst.

Beispiel aus "Alice Teichova u. Herbert Matis, Hg., Österreich und die Tschechoslowakei 1918-1938. Die wirtschaftliche Neuordnung in Zentraleuropa in der Zwischenkriegszeit, Wien, Köln u. Weimar 1996".

Artikel/Aufsatz in Sammelband: Beitrag von Autor*innen in einem Sammelband publiziert. Lexika fallen in diese Kategorie, haben aber nicht immer klare Angaben der Autor*innen.

Beispiel aus "Karl Bachinger u. Vlastislav Lacina, Wirtschaftliche Ausgangsbedingungen, in: Alice Teichova u. Herbert Matis, Hg., Österreich und die Tschechoslowakei 1918-1938. Die wirtschaftliche Neuordnung in Zentraleuropa in der Zwischenkriegszeit, Wien, Köln u. Weimar 1996, 51".

Artikel/Aufsatz in Zeitschrift (Journal): Beitrag in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert.

Beispiel aus "Helmut Thome, Kriminalität im Deutschen Kaiserreich, 1883-1902. Eine sozialökologische Analyse, in: Geschichte und Gesellschft 28 (2002), 519".

Hochschulschrift: An einer Universität oder Hochschule verfasste, (ungedruckte) Abschlussarbeit, wie Diplom- oder Masterarbeiten.

Beispiel aus "Rupert M. Scheule, Beichten. Eine sozialhistorische Studie zur katholischen Bußpraxis im 20. Jahrhundert und ihrer Reflexion in popularen Sebstzeugnissen, phil. Diss., Universität Wien 2000."

Zeitungsartikel: In einer Zeitung oder nicht-wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert.

Internet-Dokumente: Text oder anderes Dokument, das im Internet publiziert wurde.

Notwendige Titelangaben

Egal welche Zitierregel Sie anwenden, wichtig ist, dass Sie all jene Titelangaben über ein Buch, einen Aufsatz etc. angeben, die ein Wiederauffinden der Werke in Datenbanken, Bibliotheken und Buchhandlungen problemlos ermöglichen.

Dazu gehören einmal: Vorname und Zuname des/der Autor*innen, Titel und Untertitel des Werks (eines Buches oder Aufsatzes), Publikationsort und -jahr, oder alternativ Verlag und Auflage.

Bei Zeitschriftenaufsätzen müssen Sie noch weitere Informationen angeben: Titel der Zeitschrift, Seitenangaben – ev. auch den Jahrgang, wenn ein Jahrgang nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt und sogar die Heftnummer, wenn es keine durchgängige Seitenzählung in einem Jahr/gang gibt.

Bei Sammelbänden benötigen Sie zudem: Herausgeber*innen (Vor- und Zunamen), Titel des Sammelbandes (Haupt- und Untertitel), Seitenangaben.

Nach einigen Zitierregeln müssen Sie auch Verlagsnamen und Serien- bzw. Reihentitel nennen. Angesichts der modernen Informationstechnologien in Bibliotheken und Buchhandlungen sind diese Angaben aber immer seltener notwendig.

Exemplarische Zitierregeln

Beachten Sie, dass die folgenden Zitierregeln und Beispiele keine allgemein verbindlichen Regeln darstellen. Erkundigen Sie sich vor dem Verfassen einer schriftlichen Arbeit unbedingt bei Lehrenden nach den geforderten Zitierregeln!

Zitierregeln lernen Sie am leichtesten, wenn Sie eine konkrete Regel anwenden und mit anderen vergleichen. Die auf Geschichte Online angewandten Zitierregeln unterscheiden sich beispielsweise von jenen des Instituts für Geschichte (IfG) der Universität Wien. Sie ähneln denen des Journals "zeitgeschichte", weisen aber ebenso in Detailfragen Differenzen auf. 

Im IfG wird für den Nachweis von Literatur und Quellen ein Fußnotensystem verwendet. Jede Fußnote beginnt mit Großbuchstaben und enden mit einem Punkt. Der Nachname der Autor*innen wird kursiv markiert und kommt an zweiter Stelle. Mehrere Autor*innen werden mit einem Komma getrennt. Nach einem weiteren Komma kommt der Titel, wobei Untertitel oder Absätze mit einem Punkt markiert werden. Ort und Jahr werden innerhalb von Klammern geschrieben, mehrere Orte mit Schrägstrichen getrennt.  Ein unbekannter Verlagsort wird mit [o.O.] notiert. Ein unbekanntes Erscheinungsjahr wird mit [o.J.] notiert. Eine doppelte Seitenangabe erfolgt mittels "f.", aber das "ff." anderer Zitiersysteme ist zu vermeiden. 

Für "zeitgeschichte" finden Sie eine ähnliche Ordnung auf. Hier fallen jedoch Klammern und kursive Schrift weg, während beispielsweise Schrägstriche bei mehrfachen Autor*innen hinzukommen.

Wiederholende Zitierungen und Kurzbeleg

Zitieren Sie mehrfach hintereinander unterschiedliche Seiten aus demselben Werk, so können Sie die folgenden Belege laut vielen Zitierregeln mit "ebd" (ebenda) abkürzen. Dies trifft jedoch nicht zu, wenn sie dazwischen andere Literatur zitieren. Sie können jedoch Kurzbelege verwenden, zitieren Sie den ursprünglichen Text nach anderweitiger Literatur erneut. Solche Kurzbelege beinhalten weiterhin den Familiennamen der Autor*innen sowie eine sinngerechte Abkürzung des Haupttitels. 

Beispiel:

Andreas Schwarcz, Cult and Religion among the Tervingi and the Visigoths and their Conversion to Christianity, in: Peter Heather (Hg.), The Visigoths from the Migration Period to the Seventh Century. An Ethnographic Perspective, Studies in Historical Archaeoethnology 4, Woodbridge 1999, 447-472.

Kurzbeleg: Schwarcz, Cult and Religion, 457.

Wiederholte Zitierung: Ebd., 470.

Amerikanische Zitierregeln

Amerikanische Zitierregeln funktionieren mit Anmerkungen innerhalb des Textes statt mit Fußnoten am Ende einer Seite. Die APA-Zitierregeln funktionieren unter anderem nach diesem Prinzip: Nach einem wörtlichen oder sinngemäßen Zitat wird in runder Klammer der Zuname der Autor*innen, das Erscheinungsjahr des referenzierten Texts und allenfalls Seitenangaben geschrieben. Sollten Namen und Erscheinungsjahr bereits vergeben sein, wird beim Erscheinungsjahr a, b, c - etwa (1998b) - angefügt. Mehrere Autor*innen werden durch Schrägstrich getrennt, etwa: (Dackweiler/Holland-Cunz 1991, 108f.).

Im Literaturverzeichnis wiederum benötigen Sie umfangreiche Angaben, die jedoch normalerweise anders angeordnet sind als bei den bisher vorgestellten exemplarischen Zitierregeln. Der Vorname wird nicht ausgeschrieben, das Erscheinungsjahr direkt danach in Klammer gesetzt. Nach den Titelangaben folgen Ort und etwaige Seitenangaben für Artikel. 

Beispiele

Anbei sehen Sie diverse Literaturbeispiele in unterschiedlichen Zitierregeln, geordnet nach IfG, zeitgeschichte, "Amerikanisch" im Text sowie "Amerikanisch" im Literaturverzeichnis.

Monografien

Peter Kriedte, Spätfeudalismus und Handelskapital (Göttingen 1980).

Peter Kriedte, Spätfeudalismus und Handelskapital, Göttingen 1980.

(Kriedte 1980)

Kriedte, P. (1980). Spätfeudalismus und Handelskapital. Göttingen.

 

Wolfgang Schmale, Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450–2000) (Wien/Köln/Weimar 2003).

Wolfgang Schmale, Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450–2000), Wien/Köln/Weimar 2003.

(Schmale, 2003)

Schmale, W. (2003). Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450–2000). Wien/Köln/Weimar.

 

Im folgenden Beispiel wird Seite 45 im Text zitiert.

Claudia Hoerschelmann, Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945 (Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27, Innsbruck/Wien 1997) 45. 

Claudia Hoerschelmann, Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945 (Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27), Innsbruck/Wien 1997, 45. 

(Hoerschelmann, 1997, 45)

Hoerschelmann, C (1997). Exilland Schweiz. Lebensbedingungen und Schicksale österreichischer Flüchtlinge 1938 bis 1945. Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Geschichte und Gesellschaft 27. Wien.

 

Artikel in Sammelwerken

Josef Ehmer, Albert Müller, Sozialgeschichte in Österreich. Traditionen, Entwicklungsstränge und Innovationspotential. In: Jürgen Kocka (Hg.), Sozialgeschichte im internationalen Überblick. Ergebnisse und Tendenzen der Forschung (Darmstadt 1989) 109-140.

Josef Ehmer/Albert Müller, Sozialgeschichte in Österreich. Traditionen, Entwicklungsstränge und Innovationspotential, in: Jürgen Kocka (Hg.), Sozialgeschichte im internationalen Überblick. Ergebnisse und Tendenzen der Forschung, Darmstadt 1989, 109-140.

(Ehmer/Müller, 1989, 109-140)

Ehmer, J. & Müller, A. (1989). Sozialgeschichte in Österreich. Traditionen, Entwicklungsstränge und Innovationspotential. In: Kocka, J. (Hg.), Sozialgeschichte im internationalen Überblick. Ergebnisse und Tendenzen der Forschung. Darmstadt, S. 109-140.

 

Christa Ehrmann-Hämmerle, Die k. (u.) k. Armee als ‚Schule des Volkes’? Zur Geschichte der Allgemeinen Wehrpflicht in der multinationalen Habsburgermonarchie (1866 bis 1914/18). In: Christian Jansen (Hg.), Der Bürger als Soldat. Die Militarisierung europäischer Gesellschaften im langen 19. Jahrhundert: ein internationaler Vergleich (Frieden und Krieg. Beiträge zur Historischen Friedensforschung 3, Essen 2003) 175-213.

Christa Ehrmann-Hämmerle, Die k. (u.) k. Armee als ‚Schule des Volkes’? Zur Geschichte der Allgemeinen Wehrpflicht in der multinationalen Habsburgermonarchie (1866 bis 1914/18), in: Christian Jansen (Hg.), Der Bürger als Soldat. Die Militarisierung europäischer Gesellschaften im langen 19. Jahrhundert: ein internationaler Vergleich (Frieden und Krieg. Beiträge zur Historischen Friedensforschung 3) Essen 2003, 175-213.

(Ehrmann-Hämmerle, 2003, 175-213)

Ehrmann-Hämmerle, C. (2003). Die k. (u.) k. Armee als ‚Schule des Volkes’? Zur Geschichte der Allgemeinen Wehrpflicht in der multinationalen Habsburgermonarchie (1866 bis 1914/18). In: Jansen, C. (Hg.), Der Bürger als Soldat. Die Militarisierung europäischer Gesellschaften im langen 19. Jahrhundert: ein internationaler Vergleich. Frieden und Krieg. Beiträge zur Historischen Friedensforschung 3. Essen, S. 175-213.

 

Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften und Journals

Florian Weiß, Die schwierige Balance. Österreich und die Anfänge der westeuropäischen Integration 1947–1957. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 42, H. 1 (1994) 71–94.

Florian Weiß, Die schwierige Balance. Österreich und die Anfänge der westeuropäischen Integration 1947–1957, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 42 (1994) 1, 71–94.

(Weiß 1994, 71-94) 

Weiß, F. (1994). Die schwierige Balance. Österreich und die Anfänge der westeuropäischen Integration 1947–1957. In:  Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 42 (1), 71–94.

 

Karl Lamprecht, Deutsche Geschichte. In: Historische Zeitschrift 71 (1893), 465-498.

Karl Lamprecht, Deutsche Geschichte, in: Historische Zeitschrift 71 (1893), 465-498.

(Lamprecht, 1893, 465-498)

Lamprecht, K (1893). Deutsche Geschichte. In: Historische Zeitschrift, 71, 465-498.

 

Zeitungen

Sibylle Hamann, Von Rechts nach Oben. In: Falter (05. 06. 2019), 16.

Von Rechts nach Oben, Falter, 5. 6. 2019, 16.

(Hamann, 2019)

Hamann, S. (05.06.2019). Von Rechts nach Oben. In: Falter, S. 16.

Zitierregeln für das Internet

Digitalisierte Versionen der klassischen Textformen zitieren Sie nach den gewohnten Regeln. Sie können jedoch optional die URL anfügen, über die sich die digitalisierte Version auffinden lässt; sollte es einen Permalink (z.B. DOI oder URN) geben, empfiehlt es sich dringend, diesen anzugeben.

Anders verhält es sich bei rein digitalen Textquellen aus dem Internet. Durch die Heterogenität von Internetquellen lassen sich keine allgemeinen Zitierregeln festmachen. Nachrichtenportale, Blogs, digitale Journals, Posts in den Sozialen Medien oder Texte in Kommentarbereichen von Websites haben alle unterschiedliche Eigenschaften. Sie sollten beim Zitat aus dem Internet auf jeden Fall folgende Hauptkriterien befolgen: Quellennachweise sollen nachvollziehbar sein, die referenzierten Texte sollen sicher und einfach wieder aufgefunden werden können und damit die Nachprüfbarkeit von Zitaten gewährleistet sein. Weiters müssen die Angaben so vollständig wie möglich sein und einen wiederholten Zugriff ermöglichen.

Folgende Angaben für elektronische Quellen sind notwendig, falls sie in der Quelle auffindbar sind:

1. Verfasser*in (Zuname und Vorname; falls keine Angabe: Titelzeile der Seite, Institution, u.a.)

2. Titel des Texts oder Dokuments

3. Herausgeber*in des übergeordneten Werkes (Zuname und Vorname)

4. Titel des übergeordneten Werks oder auch Name einer elektronischen Zeitschrift (Jahrgang, Jahr, Nummer)

5. Datumsangaben: Erstellungsdatum, Version und Datum der letzten Änderung

6. Permalink oder (falls kein Permalink vorhanden) URL - Uniform Resource Locator mit Protokollart, Serverangabe, Pfad- und Dateiname

7. Zugriffsdatum durch den/die Benutzer*in

Achtung: Ob Sie diese Angaben bei einem Quellennachweis vollständig machen können, hängt letztlich von der Beschaffenheit der Dokumentinformationen ab. Versuchen Sie aber, sämtliche vorhandene Informationen anzugeben, selbst wenn manche fehlen.

Für Internetnachweise im Sinne des IfG verwenden Sie die Regel:

Verfasser*in (Vorname und Zuname; falls keine Angabe: Titelzeile der Seite, Institution, Compiler, Web Master u. ä.), Titel des Texts oder Dokuments, Herausgeber/in des übergeordneten Werkes bzw. der Website (Vorname und Zuname), Titel des übergeordneten Werks oder Name der elektronischen Zeitschrift (Jahrgang, Jahr, Nummer) oder der Website, Datumsangaben: Erstellungsdatum, Version und Datum der letzten Änderung, Permalink oder URL - Uniform Resource Locator mit Protokollart, Serverangabe, Pfad- und Dateiname;  Zugriffsdatum durch den/die Benutzer/in (in Klammern).

 

Beispiele

Wolfgang Schmale, Europa: Kulturelle Referenz – Zitatensystem – Wertesystem. In: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 3. 12. 2010, online unter <http://www.ieg-ego.eu/schmalew-2010-de>, urn:nbn:de:0159-20100921657 ↗ (14.06.2020).

Recht und Gesellschaft im Mittelalter. In: Stadt Wien, online unter <https://www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/ueberblick/recht.html> (14.06.2020).

Alternativ Beispiele mit den Zitierregeln von "zeitgeschichte":

Recht und Gesellschaft im Mittelalter, Stadt Wien, URL: www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/ueberblick/recht.html (abgerufen 01. 06. 2020).

Heidemarie Uhl, Von Gedenkjahr zu Gedenkjahr, ORF, sciencev2.orf.at/stories/1752089/index.html (abgerufen 01. 05. 2020).

Anmerkungen

In Fuß- und Endnoten finden sich nicht nur Zitate, sondern auch sogenannte Anmerkungen: Mit Anmerkungen führen Sie vom eigentlichen Haupttext und damit vom roten Faden der Argumentation weg und bringen Exkurse, weiterführende Literaturangaben etc., die meist mit dem Begriff Anmerkungen zusammengefasst werden. Anmerkungen führen vom eigentlichen Haupttext weg, sind aber dennoch so wichtig, dass die meisten Autor*innen nicht auf sie verzichten wollen.

 

In Anmerkungen können Sie:

...Ergänzungen zum Haupttext und kurze Exkurse zu Nebenthemen schreiben.

...weitere unterstützende Zitate anbringen, die im Haupttext nicht unterkommen.

...Erläuterungen und Kommentare zur Literatur geben und weiterführende Literaturangaben machen.

...fachliche 'Angriffe' auf andere Autor*innen starten.

...Hinweise auf Einschränkungen der Aussagen des Haupttexts durch andere Autor*innen geben.

...Querverweise zu Textstellen des eigenen Texts (etwa auf ein späteres Kapitel) oder zu anderen Texten anbringen.

...Übersetzungen von fremdsprachigen Passagen im Haupttext anfügen.

...'Danksagungen' etwa für den Hinweis auf eine Quelle durch eine/n Kolleg*in abstatten.

 

Wichtig ist, dass der rote Faden Ihrer schriftlichen Arbeit auch ohne diese Ergänzungen erhalten bleibt. Gerade in Texten von Historiker*innen bricht allerdings manchmal eine regelrechte 'Anmerkungswut’ aus, die Sie besser vermeiden sollten. All zu viele Anmerkungen können auch eine 'Schwäche’ des Textes anzeigen, wenn etwa Autor*innen nicht in der Lage sind, ihre Ideen und Argumente in einem stringenten und kohärenten Textfluss unterzubringen.

Der Anmerkungsapparat eines wissenschaftlichen Texts umfasst Nachweise über die Fundstellen/-orte der wörtlichen Zitate sowie sinngemäßen Zitate aus Quellen- und Literatur sowie Anmerkungen, die vom Haupttext wegführen und ergänzende Details bringen.

Im Anmerkungsapparat müssen Sie wörtliche und sinngemäße Zitate sowie alle im Text referenzierten Quellen mit einer Titelangabe bzw. einem Herkunftsbeleg nachweisen. Damit wird sichergestellt, dass die Zitate bzw. die in Ihrem Text analysierten und interpretierten Quellen/Materialien überprüft werden können.

Den Nachweis erbringen Sie bei Fußnoten am Ende einer Seite, bei Endnoten am Ende eines Kapitels, Aufsatzes oder Buches und im so genannten amerikanischen System durch Kurznachweise im Text. Vielfach werden auch gemischte Formen verwendet – etwa wenn Titel- und Quellennachweise im Text notiert werden, Anmerkungen in Fuß- oder Endnoten.


Links folgt ein Beispiel für Endnoten, rechts eines für Fußnoten:

zitiert aus Waltraud Heindl, Bürokratisierung und Verbürgerlichung. Das Beispiel der Wiener Zentralbürokratie seit 1870, in: Hannes Stekl u.a. (Hgs.), Durch Arbeit, Besitz, Wissen und Gerechtigkeit (Wien/Köln/Weimar 1992), 201.

zitiert aus Hubert Emmerig, Das Lagergeld des Regensburger Kriegsgefangenenlagers im Ersten Weltkrieg, in: Bernhard Lübbers, Isabella von Treskow (Hgs.), Kriegsgefangenschaft 1914-1919. Kollektive Erfahrung, kulturelles Leben, Regensburger Realität (Regensburg 2019), 131-158, hier 143.