Feedback

Feedback ist besonders hilfreich für wissenschaftliche Schreibprojekte, da Sie tendenziell betriebsblind werden, je mehr Sie sich mit Themen und Argumentationen befassen. Was Ihnen nach ausführlicher Recherche zum Thema als selbstverständlich erscheint, ist für ein Publikum, das sich nicht intensiv mit Ihrem Interessengebiet beschäftigt, häufig nicht so. Versuchen Sie daher Außenperspektiven auf Ihre Arbeit zu bekommen. 


Feedback erhalten

Sie können während Ihres gesamten Schreibprozesses Feedback einholen, um die Arbeit an Ihrem Schreibprojekt zu erleichtern. Achten Sie jedoch darauf, die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt zu stellen. Anbei finden Sie Vorschläge zu den Aspekten, zu denen es sich lohnt, nach Feedback zu fragen.

Orientierungsphase:

Ist das Thema klar eingegrenzt?
Sind Ihre Vorhaben realistisch und haben angemessene Ziele?
Reicht der zeitliche Rahmen für das Schreibprojekt?
Ist die Fragestellung klar formuliert?
Lässt sich die Fragestellung beantworten?

 

Rohtext:

Ist die Auswertung von Literatur und Quellen hinreichend?
Wird der Forschungsstand ausreichend abgedeckt?
Sind die zentralen Begriffe sowie Definitionen der Arbeit ersichtlich und verständlich?
Sind die Argumente nachvollziehbar?
Ist die Gliederung nachvollziehbar?
Wurde die Quelle verständlich analysiert?
Wurden gesetzte Ziele erreicht?
Was fühlt sich im Text redundant an?
Gibt es einen roten Faden?

 

Letzte Überarbeitung:

Ist die Grammatik korrekt?
Ist die Sprache verständlich?

 

Wahrscheinlich kann Ihr Gegenüber den Text nicht auf all diese Fragen hin lesen und bewerten. Geben Sie also Bescheid, welche Aspekte Ihnen besonders wichtig sind, bevor Sie nach Feedback fragen.

Feedback geben

Ein konstruktives Feedback geben Sie sachlich und respektvoll. Es soll um die Arbeit gehen, nicht um die Person oder unterschiedliche Ansichten zum Thema. Viele Studierende werden nicht nur blind gegenüber dem eigenen Text, sondern umgekehrt übermäßig kritisch gegenüber ihren Arbeiten. Heben Sie daher auch auf jeden Fall positive Aspekte hervor, wenn Sie selbst Feedback auf einen Text geben. Bleiben Sie aber gleichzeitig ehrlich und direkt, statt in unnötige Schmeichelein auszuweichen.

Im konstruktiven Feedback führen Sie spezifische Beispiele an, um Ihre Kritik verständlich zu machen. Wiederholen Sie an erster Stelle vielleicht die Kernaussagen des Gelesenen, um abzuklären, ob Sie den Inhalt richtig verstehen konnten. Erwähnen Sie dabei aber auch, was Ihnen konkret am Text gefällt. Bei den Aspekten, bei denen Sie Probleme feststellen, können Sie zudem weitere Handlungs- oder Verbesserungsvorschläge machen. Allerdings empfiehlt es sich ebenso, zuerst möglicherweise nachzufragen, bevor sie erste Ratschläge geben. Stellen Sie Ihr Gegenüber jedenfalls nicht bloß. 

Beim schriftlichen Feedback empfiehlt sich dasselbe. Streichen Sie die Stellen an, die Sie noch für unverständlich oder problematisch halten, aber streichen Sie auch jene Stellen an, die Sie gut finden. Erwähnen Sie vielleicht auch, was diese Stellen besonders gut macht und weshalb diese in Ihren Augen besser als andere funktionieren. Versuchen Sie beim schriftlichen Feedback einem nachvollziehbaren System zu folgen. Heben Sie beispielsweise Verständnisfragen mit Fragezeichen hervor, grammatische Fehler mit roter Farbe, besonders gute Stellen mit einer anderen, oder Ähnliches. 

In der Schreibwerkstatt dieses Moduls finden Sie ein mögliches Feedback-Szenario zwischen Studierenden mit detaillierteren Feedbackregeln

Formulierungshilfen

Mir hat besonders gefallen...

Interessant finde ich...

Mir ist aufgefallen...

Überrascht hat mich...

Diesen Absatz/Satz habe ich nicht verstanden, weil...

Mühe hatte ich mit...

Diesen Begriffe/Diese Definition verstehe ich nicht/konnte ich nicht nachvollziehen...

Hier fehlt mir...

Diese Information habe ich hier nicht gebraucht...

Das könnte man ausführlicher formulieren...